De Seminex

Prolog

Prolog

Der Architekt meldet sich nach einigen Monaten zurück. Er hat, wie empfohlen die Unterkünfte des Doktor Boggins inspiziert und dabei auch eine Menge Bücher sichergestellt. Er hatte angefangen einige davon zu lesen, als er eines entdeckte, das er für besonders interessant hielt. Nach seiner Lektüre hatte er umgehend mit euch Kontakt aufgenommen um euch dieses Buch zukommen zu lassen. Er sagte, es sei vielleicht wissenswertes darin enthalten, was euch ermöglichen könnte, die Macht in der Stadt an euch zu reißen, so dass in Zukunft bessere Verhältnisse zwischen Magiern und Vampiren herrschen würden. Bei einer ersten Inspektion des Buches stellt ihr fest, es handelt sich um einer Art Journal, von niemand geringerem geschrieben als Prinz Augusto Vidal selbst. Der Titel dieser Abhandlung: De seminex – von den Halbtoten. Begierig beginnt ihr eure Lektüre:

1. August 1750 im Jahre des Herrn, Gibraltar

Als neues, nun ehrenwertes Mitglied der Lancea Sancta, nehme ich sogleich meine Pflicht auf, den Orden zu fördern, indem ich diese Abhandlung beginne. Sie soll handeln von meinen Erkenntnissen über den Gebrauch von Dienern, insbesondere dem von Ghoulen. Meine Absicht ist hier, alles was eine besondere Gruppe von Dienern tut, festzuhalten und wahrheitsgetreu zu berichten von ihren Vorgehensweisen, Erfolgen und Misserfolgen. Dies ist ein Journal, es soll mir zur Vorlage dienen, nach Abschluss dieser Tätigkeiten, sobald der letzte meiner Diener das zeitliche gesegnet hat, ein Werk über die beste Verwendung von Dienern zu verfertigen.
Heute war meine Blutkommunion, seit der ich meinen neuen Namen trage. Sie fand statt in der heiligen Kirche der Einswerdung mit Seinem Fleische hier in Gibraltar. Als Geschenke erhielt ich von meinen Gönnern eine Reihe ausgezeichneter Diener, über die ich recht hoch erfreut bin. Infolgedessen bin ich meinen Gönnern, die auch gleichzeitig meine Fürsprecher sind, schuldig, aber mit einer so stattlichen Ausstattung kann mir kein Auftrag zu schwer sein. Mein Progenitore lädt mich morgen Nacht zu einer Feier auf sein Castillo außerhalb der Stadt ein. Er sagt, er habe noch eine Überraschung für mich. Ich kann mir schon vorstellen, dass er damit meine Blutsgeschwister meint, die, wie ich hörte, angereist sind. Selbst mein Bruder Bernardo ist aus Neuspanien hierher gekommen, ein Umstand der mich vermuten lässt, dass nicht ich alleine der Grund dieses Treffens bin. Ich bin der jüngste aber auch der beliebteste Nachkomme meines Progenitores, was sowohl Bernardo als auch Klarabella, meiner Blutsschwester, nicht eben gefällt. Aber nun zu Erfreulichem, meiner neuen Dienerschaft:

In feierlicher Zeremonie wurden mir heute Nacht die folgenden Personen überantwortet:
Jose Fernando de Lira SJ ist ein Jesuit und Agent seiner Exzellenz, der einen mehrjährigen Auftrag für den Ministro de Espionaje in Japan zu voller Zufriedenheit erledigte. Er ist ein Geschenk meines Fürsprechers und Freundes Aquaviva, dem ich zu großem Danke verpflichtet bin.
Antoine-Vincent Arnault, ein universalgelehrter Franzose, der schon einige Zeit in den Diensten der Lancea Sancta ist, wurde mir von Giscard Picoh in seinem Nachlass überlassen. Zu einem späteren Zeitpunkt muss ich herausfinden, wie Picoh vernichtet wurde. Arnault fordert ketzerische Gelehrte zum Duell, wenn ihnen anders nicht beizukommen ist.
Die Marquise de Tourvel ist ein Geschenk meines Idols Prinz Nascall du Chuhr aus Marseilles. Sie hatte Kontakt zu Ketzern und, da sie selbst sich einmal zu ihnen zählte, kennt ihre Methoden und Denkweisen, so dass ich auf sie zurückgreifen kann, um effektiv gegen Ketzer vorzugehen.
Alexander Arkadjewitsch Rymniksky, ein russischer Adliger und Obrist ist ein Geschenk des Karl von Voß, einem bayerischen Glaubensbruder und Blutsverwandten. Der Krieg hat dem äußerst widerstandsfähigen Alejandro (wie ich ihn nenne) allerlei Torturen aufgezwungen um dessen Widerstandsfähigkeit zu testen. Es stellte sich heraus, dass er jeder Qual mit seinem eisernen Willen und Glauben standhielt und schließlich hatte Voß Mitleid mit ihm. Nun soll der Feldherr für meinen Schutz sorgen.
Joseph Franz Maximilian von Lobkowitz zu Sagan ist ein landloser österreichischer Adliger und guter Seemann. Carbunculus, die dunkle Legende, fand ihn per Zufall und überantwortet ihn nun mir, da er sich nur ungern Dienern bedient. Womöglich wird er mein Schiff steuern können, wenn ich in einigen Jahren die Studien beendet habe und ein paar Reisen unternehmen muss.
Karl Friedrich Scherer ist ein gemarterter Arzt, der sich bereits als Spion für Gottes Sache verdient gemacht hat. Ich bin mir noch nicht sicher, wofür er mir nützlich sein können wird, aber zumindest wird er wohl das Leben der anderen Ghoule verlängern können.
Linus Akensson wurde mir von Jacob Gråberg, einem weiteren Brieffreund von mir, vermittelt. Er wird sich wohl vor allem auf Reisen bezahlt machen, da er lange bei den Preußischen Jägern und Grenadieren diente und daher gut vertraut mit der Natur ist.

Nach den Zeremonien machte ich mich also mit meinen neuen Dienern kurz vertraut und band sie an mich. Noch in derselben Nacht machte ich mich dann mit ihnen zusammen auf den Weg zum Castillo meines Progenitores…

Comments

Dementius

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.